Überraschung am Bauernhof

von Nicole Brandl (NMS Schubertviertel)

Es war ein verregneter Tag und die grauen, kalten Wolken verdeckten den normalerweise blauen Himmel über St. Valentin. Mein Papa und ich wollten an diesem Tag eigentlich nur meine Oma am Bauernhof besuchen. Doch dieser Tag steckt voller Eigenheiten und Überraschungen, mit denen man vorher nicht rechnet. Während der Autofahrt dachte ich über die Tiere nach, die meine Oma früher alle hatte. Kühe, Schweine, einen Hund, Katzen und sogar zwei Pferde. Plötzlich schoss mir eine Frage in den Kopf. “Können Tiere eigentlich auch so etwas wie Dankbarkeit zeigen? Geht das? Es sind ja schließlich keine Menschen“, fragte ich mich selbst.

Leider aber hatte meine Großmutter nur noch ein paar scheue Katzen, da ihr die Arbeit mit ihrem Alter zu anstrengend wurde. Endlich kamen wir an. Nach einer herzlichen Begrüßung und einem leckeren Kuchenverschwand ich dann auch schon wieder nachdraußen. Damals war ich ja erst sieben Jahre alt und fand alles am Hof interessant. Fünfmal versuchte ich eine schwarze junge Katze zu fangen. Diese Versuche waren allerdings vergebens. Auf einmal hörte ich eine hilferufende Katzenstimme. schnell holte ich meine Oma. Doch sie meinte, dass sie nichts hört. Später kam auch mein Papa und wir gingen in die Halle, wo die alten Traktoren und der Silo standen.

Ich öffnete die Tür zum stillgelegten Silo und entdeckte  eine junge, ausgehungerte kleine Katze. Mein Papa kletterte hinunter und holte sie herauf. Sofort nahm ich sie auf den Arm und bemerkte, dass sie ganz anders war als die anderen Kätzchen. Sie fing an zu schnurren und war überhaupt nicht scheu oder schreckhaft. Nach minutenlanger Diskussion mit meinem Papa, ob ich sie behalten durfte, setzte ich mich einfach mit ihr ins Auto und wartete bis wir fuhren. Zum Glück konnte ich Papa überzeugen. Zu Hause überraschten wir meine Mama und meinen Bruder mit der Katze.

Sie wurde auf den Namen „Petzi“ getauft, da wir nicht wussten, ob es ein Mädel oder ein Bub war. Nach ein paar Monaten zeigte sich, dass auch Tiere dankbar sein können. Petzi war und ist sehr auf mich bezogen. Sechs Jahre später hält es immer noch an und ich bin mittlerweile schon 13. Jedes Mal wenn sie meinen Bus sieht kommt Petzi schon zugelaufen. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich nie damit gerechnet, dass Tiere so etwas nicht vergessen und mir sowas passieren würde.

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