Tierisches St. Valentin

von Sonja Höglinger (NMS Schubertviertel)

Eines Morgens hörte Werner in seiner Wohnung, wo er und sein Hund wohnten, eine Stimme sagen: „Gib mir endlich zu essen, ich habe Hunger!“ Werner erschrak und sah in jedem Raum nach, ob noch jemand in der Wohnung war. Sein Dackel Hermann folgte ihm dabei. Plötzlich hörte er wieder jemanden dasselbe sagen, da drehte er sich um und fragte erschrocken: „Hermann? Hast du gerade mit mir gesprochen?“ „Ja, aber du verstehst mich ja nie. Komm schon, gib mir endlich Futter!“ Werner fiel vor Schreck fast um, riss sich dann aber zusammen und gab ihm zu fressen. Nachdem die beiden gespeist hatten, gingen sie in der Raiffeisenstraße Gassi. Werner fühlte sich dabei nicht besonders wohl, weil er überall Tiere sprechen hörte. Als er an einer pink gekleideten Frau mit Chihuahua vorbeiging, hörte Werner plötzlich die Frau schreien: „Hiiiiilfeee, mein Hund hat mit mir gesprochen!“ Alle Leute, die in der Nähe waren, liefen zu der Frau, auch Werner. Dann geschah etwas Merkwürdiges: Alle, die neben Werner standen, hörten auch die Hunde sprechen. Es brach eine Art Massenpanik bei den Menschen, aber auch bei den Hunden aus, doch Werner und Hermann beruhigten sie und erzählten ihnen ihre Geschichte vom Morgen.

Am nächsten Tag trafen sie sich gemeinsam am Hauptplatz bei der Volksschule und besprachen, wie sie weitermachen sollten. Das erste, was sie taten, war zum Arzt gehen, um zu sehen, wieso sie die Tiere verstehen konnten. Sie fuhren gemeinsam zur Gruppenpraxis St. Valentin und ließen sich Blut abnehmen. Der Arzt sagte zu ihnen: „Bis die Ergebnisse da sind, kann das drei Wochen dauern und bis dahin kann ich nichts für Sie machen.“ Zwei Tage später hörte Werner viele Leute, denen er in den letzten Tagen begegnet war, sagen, dass sie auch plötzlich Tiere verstehen konnten. Werner war sehr verwundert darüber und ging zur Frau Mag. Kerstin Suchan-Mayr, der Bürgermeisterin der Stadtgemeinde St. Valentin. Er erzählt ihr, dass plötzlich viele Menschen Tiere verstehen konnten, doch sie glaubte ihm nicht.

Ein paar Tage später bekam er einen Anruf von Frau Suchan-Mayr, in dem sie ganz aufgebracht sagte: „Sie hatten recht, ich verstehe auch plötzlich Tiere. Kommen Sie morgen noch einmal zu mir ins Rathaus, dort werden wir alles Weitere besprechen.“ Am nächsten Tag beschlossen sie ein wöchentliches Treffen beim Gasthaus Philipp zu machen, um Lösungsvorschläge für die Probleme und Wünsche der Tiere zu sammeln. Sie luden alle St. Valentiner Bürger und der Haustiere dazu ein. Die Tiere waren begeistert, dass sie endlich Gehör fanden. So konnten in den nächsten Wochen viele Projekte zur Verbesserung der Lebenssituation der Tiere, wie z.B. mehrere Hundespielplätze, ein Katzensalon, große Weideflächen für Kühe und mehr Platz im Hühnerstall geplant und zum Teil verwirklicht werden.

Nach langem Warten bekamen sie endlich einen Anruf von der Arztpraxis, dass die Ergebnisse da waren. Sie fuhren gemeinsam hin und waren alle sehr gespannt. Der Arzt sagte zu ihnen: „In Werners Blut wurde DNS von Tieren gefunden. Dadurch entwickelte sich ein Virus, der sich sehr leicht überträgt und dadurch könnt ihr die Tiere verstehen. Warst du vor kurzem impfen, Werner?“ „Ich war vor ca. 4 Wochen Grippe impfen.“ „ Dann ist eigentlich schon alle eindeutig. Es muss bei den Tierversuchen DNS in das Impfmittel gekommen sein.“ So wurde St. Valentin durch eine kleine Unachtsamkeit im Labor zu einer der tierfreundlichsten Städte Österreichs.

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